Brauchen wir noch Bankmitarbeiter und Filialen?

Immer mehr Filialen werden geschlossen und der Stellenabbau bei den Banken nimmt stetig zu. Die Reduzierung der Kosten ist hierbei sicherlich ein wesentlicher Grund, denn schließlich gehören die laufen Betriebs- und Personalkosten zu den größten Kostenfaktoren. Die Digitalisierung beschleunigt diesen Prozess natürlich erheblich und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass diese für die Sparkassen und Banken genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen ist.

Uns Bankkunden wird dabei das Onlinebanking oder Smartbanking schmackhafter gemacht und so nehmen die Dinge ihren Lauf. Geht es den Banken nicht schnell genug, dann werden wir durch die Drehung an der Gebührenschraube in gewisser Weise dazu gedrängt.

Banken noch nötig

Ich selbst habe nichts gegen die Digitalisierung und bevorzuge sogar das Onlinebanking, da es für mich viele Vorteile hat. Allerdings bin ich auch der festen Überzeugung, dass es immer noch einen erheblichen Anteil an Menschen gibt, die es ganz anders sehen und mitunter sind die Beweggründe dafür sogar berechtigt.

Den Beweis dafür sehe ich alleine schon bei meiner Bank, wenn ich dort einmal bin, um Bargeld abzuheben. Dort treffe ich immer auf ein bis zwei weitere Kunden, welche zeitgleich am SB-Automaten ihre Überweisungen eintippen. Ähnlich sieht es beim Bankbriefkasten aus, wo immer noch Überweisungsträger im Papierformat eingesteckt werden. Nicht zu vergessen sind die Kunden, welche das persönliche Gespräch bei einem Bankmitarbeiter suchen.

Somit dürfte die Antwort auf die Frage lauten: Ja. Wir brauchen die Mitarbeiter und Filialen noch!

Kein Bankkunde ist gleich

Wer sich selbst regelmäßig mit seinen Finanzen beschäftigt und sich weiterbildet, eignet sich mit der Zeit ein gewisses Grundwissen an und weiß mitunter sehr genau, welche Geldanlage für einen selbst am besten passt, worauf es bei einer Finanzierung ankommt oder wie sich ein Problem schnell beheben lassen kann. Sehr wahrscheinlich zählt ihr auch dazu.

Es gibt aber eine nicht unerhebliche Anzahl an Menschen, die sich für diese Thematik gar nicht interessieren. Diese holen ein oder zweimal im Monat ihre Kontoauszüge oder heben Geld vom Konto ab und das war es. Verübeln kann man es ihnen nicht. Allerdings verwundert es daher nicht, wenn die sogenannten analogen Varianten des Bankings immer noch genutzt werden, da es einfach eine Gewohnheit ist und somit sind die Mitarbeiter sowie Filialen immer noch ein wichtiger Bestandteil für diese Bankkunden.

Gerade wenn es um den Bereich der Beratung geht wie beispielsweise um eine größere Finanzierung (Hauskauf, Autofinanzierung usw.), so kann ein geschultes Auge hierbei sehr sinnvoll sein. Zugleich kann auf die persönliche Situation viel besser eingegangen werden.

Probleme lassen sich besser lösen

In manchen Situation können Bankmitarbeiter vor Ort als Ansprechpartner definitiv von Vorteil sein. Es macht einfach einen erheblichen Unterschied, ob man nur mit einer Person am Telefon spricht, welche mitunter in einem Callcenter sitzt oder ob direkt geholfen werden.

Wurde die Karte am Automaten eingezogen, dann geht der Kunde einfach zum Schalter und schildert sein Problem und es wird gemeinsam eine Lösung gesucht. Ist kein Ansprechpartner mehr vor Ort, dann muss man selbst aktiv werden, die Service-Nummer anrufen oder sogar die Karte sperren lassen. Wobei dann eine Ersatzkarte beantragt werden muss, was wiederum mit zusätzlichen Kosten verbunden sein könnte.

Die Wünsche der älteren Zielgruppen sollten berücksichtigt werden

Es mag zwar für die Banken gut und schön sein, wenn deren jüngere Zielgruppen mit Vorliebe das Onlinebanking nutzen. Jedoch wäre es meiner Meinung nach ein Fehler, nur noch auf diese zu schauen, weil sich dadurch die Kosten drücken lassen.

Die Bedürfnisse der älteren Zielgruppen sollten keinesfalls unterschätzt werden, schon deshalb nicht, weil diese noch zu den Generationen mit höheren Einkommen und Spareinlage aufgrund von hohen Gehältern verfügen. Bei der jungen Zielgruppe steht hingegen ein größeres Fragezeichen im Raum, gerade wenn es um die Gehälter geht.

Denn hier zeigt die Digitalisierung ihre andere Seite. Berufe, die heutzutage noch gut bezahlt werden, könnten es zukünftig nicht mehr sein bzw. orientieren sich nach unten, da die volle Arbeitskraft in dem jetzigen Umfang nicht mehr benötigt wird.

Zusammenfassung

Ob es richtig ist, nach und nach immer mehr Mitarbeiter zu entlassen und Filialen zu schließen, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen. Sicherlich wird es sich auf den ein oder anderen Börsenwert positiv auswirken, jedoch gibt es noch weitere Komponenten, die berücksichtigt werden sollten.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich muss sagen, es ist selbstverständlich Ansichtssache. Meiner Meinung nach sind Banken und ihre Mitarbeiter vor Ort nicht nötig. Auch alle pro Argumente kann man entkräften wenn man einen unfähigen Mitarbeiter hat, der weder weiß war er tut noch einen sehr schlecht berät.
    Und das Argument für die Älteren find ich auch nicht toll, nur weil sie Alt sind, heißt es nicht das der Fortschritt und ihre Lernbereitschaft nicht mehr vorhanden sein soll und man sie im 19 Jhd lassen soll. Es gibt so viele Vorteile, wenn diese Menschen den Stand der Dinge akzeptieren und nutzen (natürlich diejenigen die Mental noch etwas machen können und noch Rechtsfähig sind).
    Aber wie gesagt, Ansichtssache

    jm2c

    • Hallo Alexander, natürlich gibt es auch die andere Seite. Hat man einen Mitarbeiter, der querschießt, dann ändert sich die Sache gewaltig. Bei den älteren Zielgruppen besteht definitiv eine hohe Lernbereitschaft und daran habe ich überhaupt keinen Zweifel. Aber wie du schon schreibst, es liegt auch ein wenig an der Akzeptanz und wenn ich mich von vornherein dagegen verschließe, dann wird es kaum etwas.

  2. Vielen Dank, dass Sie uns Ihre Gedanken zu diesem Thema mitteilen. Es gibt sicherlich Vor- und Nachteile und Dinge, die zu bedenken sind. Es hat mir Spaß gemacht, diesen Artikel zu lesen.

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