Werden sich die goldenen Zwanziger wiederholen?

Die goldenen Zwanziger, wer hat noch nicht etwas davon gehört? Wer in Geschichte einigermaßen aufgepasst, der wird wahrscheinlich noch wissen, welche zahlreichen Ereignisse während dieser Zeit stattgefunden haben und dies gilt gerade in Bezug zum Thema Geld.

Der Erste Weltkrieg war zu Ende und gerade Deutschland aufgrund der Rüstungskosten sehr hoch verschuldet. Die Hyperinflation ließ somit nicht lange auf sich warten und die Preise stiegen. Hier wurden den Deutschen erstmals die Bedeutung des Sparens sowie Anlegens so richtig bewusst.

Mit der Währungsreform ging es allmählich mit der Wirtschaft wieder bergauf, mehr Arbeitsplätze wurden geschaffen und die Einkommen stiegen.

Die Aufbruchstimmung stieg von Jahr zu Jahr und sorgte dafür, dass sich auch immer mehr einfache Leute für die Börse interessierten und zunehmend in Aktien investierten. Die Aussicht nach der schnellen Mark war einfach zu verlockend. Es schien auch viele Jahre so, als würde der Aufschwung und die steigenden Börsenkurse immer weitergehen.

Der Börsencrash am 24. Oktober 1929 in New York belehrte eines besseren und sorgte schließlich für ein jähes Ende. Der sogenannte schwarze Donnerstag oder schwarzer Freitag (aufgrund der Zeitverschiebung zwischen Europa und den Vereinigen-Staaten) ging in die Geschichte ein und ist vielen Leuten heutzutage immer noch ein Begriff.

Wer sich einmal die Geschichte von damals anschaut, der wir sehr schnell feststellen, dass sich zahlreiche Parallelen zu unserer heutigen Zeit ziehen lassen. Auf weltsparen.de bin ich hierzu auf einen Artikel gestoßen, der viele interessante Fakten aufzeigt und Vergleiche aufstellt. Zugleich habe ich mir selbst einige Gedanken darüber gemacht, ob sich die goldenen Zwanziger möglicherweise wiederholen könnten.

Wir werden nicht sofort goldene Zwanziger haben

Eigentlich blicke ich immer sehr optimistisch in die Zukunft. Allerdings sehe ich in der ersten Hälfte der 20er Jahre einen deutlichen Rückgang des Wirtschaftswachstums, eine anschließende Stagnation und erst in der zweiten Hälfte hin wieder ein Wachstum.

Der Coronavirus allein trägt hieran jedoch nicht die alleinige Schuld!

Wir in Deutschland durften über 10 Jahre hinweg eine boomende Wirtschaft erleben, wofür uns viele andere Länder nur so beneidet haben. Die Arbeitslosenzahlen sanken, die Steuereinnahmen wuchsen und der Wirtschaftsmotor brummte. Viele Leute dachten wahrscheinlich, es würde immer so weitergehen. Nur ist dies nicht der Fall.

Wer sich nur einmal die Meldungen zum Stellenabbau der Autoindustrie im Jahre 2019 anschaut, der wird schnell feststellen, dass ein Ende dieser sogenannten goldenen 10er Jahre zu erkennen ist. In vielen anderen Bereichen ist es ähnlich. Dabei handelte es sich jedoch nur um einen geplanten Stellenabbau, welcher sich eigentlich über Jahre hinweg vollzogen hätte.

Die Pandemie und der damit verbundene Lockdown wird diesen Prozess massiv beschleunigen. Natürlich steht es hier ganz außer Frage, dass viele Großkonzerne diese Situation auch ausnutzen werden, um sich deutlich schneller sanieren zu können oder sich neu aufzustellen.

Der Lockdown selbst wird wahrscheinlich viele Arbeitsplätze kosten und dies gilt besonders für die Gastronomie-, Veranstaltungs- und Reisewirtschaft. Viele Leute werden ihr Konsumverhalten aufgrund der Unsicherheit ändern und weniger Geld ausgeben, die Prognosen der Bundesregierung von – 6,3 % (Stand April) sind daher nicht unbegründet.

Was ich hierbei noch im Fokus habe, ist die Immobilienblase, welche nun platzen könnte. Sollten tatsächlich viele Arbeitsplätze wegfallen, wird es vielen Eigenheimbesitzer mitunter schwer fallen, weiterhin ihre Kredite zu bedienen und womöglich löst dies dann eine weitere Kettenreaktion aus.

Vielleicht sind aber gerade die ersten Jahre eine sehr gute Chance für ein neues Umweltbewusstsein bei den Menschen. So könnte nun deutlich mehr Wert auf Bio-Nahrungsmittel, umweltfreundlichere Autos und generelle mehr Nachhaltigkeit gelegt werden. Diese wachsende Nachfrage wird auch wieder viele neue Berufsgruppen und somit Arbeitsplätze schaffen.

Eine Gemeinsamkeit gibt es aber auf jeden Fall. Genau wie vor 100 Jahren wird vielen Leuten das erste Mal so richtig bewusst werden, wie wichtig das Sparen und eine damit verbundene finanzielle Reserve sein kann und der Tatsachen, dass der Konsum nicht alles sein kann im Leben und es wichtigere Dinge gibt. Dieser Überzeugung teile ich zumindest.

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