Kindern das Geld sparen lernen, aber wie?

Erst einmal möchte ich euch ein großes Lob dafür aussprechen, dass ihr euch gerade genau diese Frage stellt. Warum? Ganz einfach. Wer seinen Kindern oder Enkelkindern schon frühzeitig etwas Positives über das Geld beibringen möchte, legt den Grundstein für prägende Glaubenssätze, von denen die Kinder später selbst als Erwachsene sehr profitieren können und ein sehr wichtiger Bestandteil hierbei kann das Geld sparen sein.

Kindern Sparen lernen

Gut ist auf jeden Fall schon einmal zu wissen, dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt, wie man den Kindern das Sparen lernen kann.

Den wichtigsten Tipp möchte ich euch auch sofort geben, und zwar: Eure Kinder oder Enkelkinder sind keine kleinen Erwachsenen. Wenn ihr diesen also etwas über das Sparen lehren möchtet, dann versucht selbst wie ein Kind zu denken. Je spielerischer und einfacher, umso besser merken sich die Kinder eure Tipps.

Die Kinder müssen das Geld anfassen können

Heutzutage zahlen immer mehr Leute mit Karte, dem Smartphone oder via Onlinebanking. Das Geld fließt somit nur noch in elektronischer Form und vielleicht ist es bei euch ganz genauso. Wollt ihr den Kindern jedoch etwas beibringen, dann funktioniert das am besten mit Bargeld.

Bargeld sparen lernen

Kann ein Kind in eine Schüssel mit Münzen im Wert von 50, 80 oder 100 Euro greifen, damit kleine Türmchen bauen oder es durch die Hand auf einen großen Haufen rieseln lassen, dann kann es das Geld richtig spüren und als realen Wert wahrnehmen.

Hier ist es ähnlich wie zu Weihnachten. Bekommen die Kinder ein Geschenk, was sie mit voller Begeisterung auspacken können, dann ist die Freude darüber in den meisten Fällen größer als wenn sie einfach nur einen Geschenkgutschein erhalten, wo eine Zahl aufgedruckt ist.

Mit einem Sparschwein sehen die Kinder das Geld wachsen

Ein Sparbuch für Kinder ist zwar gut und schön, allerdings gibt es darauf kaum noch Zinsen. Als es noch zwischen 1,5 bis 2 % Zinsen auf das Sparbuch gab, war es deutlich einfacher, den Kindern zu vermitteln, dass sich das Sparen lohnen kann. So gab es beispielsweise für 1000 Euro immerhin 15 bis 20 Euro pro Jahr und wie sieht es heutzutage aus?

Bei einem Zinssatz von 0,01 bis 0,05 % liegen wir bei einem Zinsertrag von 10 bis 50 Cent pro Jahr und erkläre, dass mal einem Kind! Ein wirkliches Wachstum ist da kaum sichtbar. Was für Kinder aber sichtbar ist, ist das gute alte Sparschwein. Es wirft zwar keine Zinsen ab, jedoch wird es, wenn man es regelmäßig füttert, immer schwerer.

Ist das Schwein oder die Spardose voll, so sehen die Kinder die vielen Münzen sowie Scheine und somit kommt gleichermaßen auch der Effekt von Punkt 1 ins Spiel.

Mein Tipp

Mein Tipp: Ist eine größere Summe angespart, so lohnt dennoch die Suche nach einer passenden Geldanlage wie Sparpläne oder dergleichen. Einmal im Jahr oder mehrmals kann man den Kindern anhand der Kontoauszüge zeigen, dass das eingezahlte Geld auch Zinsen abwirft und diese Zinsen wiederum Zinsen erwirtschaften.

Kinder brauchen eine Belohnung bzw. Erfolgserlebnis

Ein Sparschwein ist schon sehr gut, aber drei Sparschweine sind noch besser. Mit dieser Methode haben eure Kinder oder Enkel regelmäßig kleine Erfolgserlebnisse und sehen, dass sich das Sparen auszahlen kann. Das Prinzip dahinter selbst ist sehr einfach und es könnte sich dabei auch für Erwachsene sehr lohnen, wenn sie es selbst anwenden.

Spardose ist voll

Das Prinzip: Das erste kleine Sparschwein dient für kleine Wünsche. Es kann alle 1 bis 3 Monate geöffnet werden und das Kind kann das Geld dazu verwenden, um sich davon Spielzeug und Co zu kaufen. Für die etwas größeren und teureren Wünsche gibt es das zweite mittelgroße Sparschwein, welches nur ein oder zweimal im Jahr geöffnet wird. Das dritte und größte Sparschwein wird nur noch alle paar Jahre geöffnet und dieses Geld wird dann in eine Anlage eingezahlt.

Zusätzlich benötigt das Kind noch eine Geldbörse, wo Geld hineinkommt, welches sofort ausgegeben werden kann.

Das Taschengeld, welches das Kind monatlich erhält, wird dann gleichmäßig auf die Sparschweine und die Geldbörse aufgeteilt. Erhält es beispielsweise 20 Euro im Monat, dann fließen überall 5 Euro hinein. Bekommt es Geld zu Geburtstag oder zu Weihnachten, dann erfolgt die gleichmäßige Verteilung.

Das Taschengeld ist das Limit und es gibt keinen Vorschuss

Du kannst nur das Geld ausgeben, welches du besitzt. Es handelt sich hierbei um einen sehr wirkungsvollen Grundsatz und durch die Verweigerung eines Vorschusses lernen die Kinder, wie wichtig es ist, mit seinen vorhandenen finanziellen Mittel zu haushalten.

Sicherlich wird das ein oder andere Kind im ersten Moment etwas verärgert sein, jedoch lernt es schnell, dass man für eine Sache sparen kann. Vielleicht sorgt gerade diese Regel auch dafür, dass die Kleinen später als Erwachsene sich für Konsumgüter nicht verschulden werden.

Zeige den Kindern, weshalb sich etwas Geduld lohnen kann

Kommt ein neues Spielzeug, ein neues Smartphone, ein neuer Film oder ein neues Spiel für die Spielkonsole auf den Markt, so sind die Kinder davon natürlich hellauf begeistert. Entweder wird in der Schule darüber geredet oder die Werbeindustrie sorgt spätestens dafür.

Wenn auch eure Kinder sich gerade für etwas begeistern können und diese Sache vielleicht sogar sofort am liebsten haben möchten, so ist es die ideale Möglichkeit für euch, um diesen einmal zu zeigen, weshalb sich Geduld auszahlen könnte.

Ein Beispiel: Euer Kind möchte ein neues Spielzeug und das sofort, vielleicht hat es sogar so viel Geld gespart, um es sich sofort kaufen zu können. Ihr trefft nun eine Vereinbarung über 2 bis 3 Monate (oder auch länger), wo sich euer Kind mit dem Kauf noch etwas gedulden soll.

Als Anreiz erhält das Kind für jeden Monat weitere 5 Euro zusätzliches Taschengeld.

Zu Beginn wird ein Werbeprospekt mit dem jeweiligen Spielzeug und dem aktuellen Preis am Kühlschrank aufgehängt. Im zweiten Monat dann wiederum der neueste Prospekt daneben und so weiter. Das Kind wird sehr schnell feststellen, dass die Preise mit der Zeit immer weiter fallen werden und sich die Wartezeit auszahlen kann.

Vielleicht dient diese einfache Übung auch Erwachsenen als kleines Aha-Erlebnis.

Mit Büchern den Kindern das Sparen beibringen

Es gibt doch nichts Besseres als ein gutes Kinderbuch, welches sich mit dem Thema Geld beschäftigt. Auch über diesen Weg kann man ihn etwas beibringen. An dieser Stelle möchte ich sehr gerne auf das Buch ,,Ein Hund namens Money‘‘ * von Bodo Schäfer verweisen, welches sich bestens dafür geeignet.

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. „Ein Hund namens Money“ ist meiner Meinung nach ein gutes Buch für Kinder. Ebenso „Der reichste Mann von Babylon“ von George S. Clason. Aber bitte nicht nur vorlesen, sondern auch erklären und vor allem darüber diskutieren.
    Wenn man Zinsen wachsen sehen will, kann man ein paar Euro bei der P2P-Platform „bondora“ anlegen. Da sieht man tatsächlich regelmäßig die einzelnen Cents „wachsen“. Die kleinste Anlage beträgt dort 1€. Das eignet sich hervorragend dafür, Kindern etwas über Zins und Zinseszins beizubringen, das sicherlich mächtigste Instrument der Geldanlage. Das sollten Kinder auf jeden Fall erlernen und so früh wie möglich nutzen.

    • Vielen Dank für den weiteren Buchtipp und der Geldanlage. Ich bin ebenfalls der festen Überzeugung, dass der Zinseszins ein wichtiges Thema ist, über welches die Kinder etwas wissen sollten.

  2. Toller Beitrag für Eltern und alle anderen! Ich sehe so viele Kinder, die nie gelernt haben mit Geld umzugehen, weil es immer was neues gab wenn die Kinder es wollten oder was kaputt war. Finde ich persönlich sehr schlimm und so bin ich zum Glück nicht aufgewachsen.

    • Hallo Rina, ich finde die finanzielle Bildung bei Kindern sehr wichtig. Aber wie du schon schreibst, woher sollen sie es lernen, wenn ihnen es die Eltern nicht beibringen.

      Viele Grüße
      Robert

  3. Gute Hinweise und Tipps. Ich bin selbst seit über 25 Jahren beruflich in das Thema involviert und habe für meine nun volljährige Tochter alles einmal aufgeschrieben. Das hat ihr so geholfen und sie hat danach auch sofort mit der Umsetzung begonnen. Das hat mich dann inspiriert sogar ein Buch dazu zu veröffentlichen. So können noch viele weitere Kinder und „junge Leute“ davon profitieren

    • Hallo Jörn, ich finde es immer sehr gut, wenn man mit seinen Tipps anderen Menschen weiterhelfen kann und wenn dabei auch noch ein Buch herauskommt, dann ist es umso besser.

      Viele Grüße
      Robert

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