Was tun bei Strafzinsen?

Immer mehr Banken und Sparkassen berechnen Strafzinsen. Wurden diese bis vor einiger Zeit nur bei größeren Geldbeträgen verlangt, gibt es nun bereits Fälle, wo diese ab dem ersten Cent fällig werden. Der Grund hierfür dürfte uns inzwischen allen bekannt sein. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zwingt die Banken (fast) zu diesem drastischen Schritt und weitere Folgen sind denkbar.

Ich habe einige nützliche Tipps für dich, was man bei Strafzinsen tun könnte.

Verlangt die Bank von mir Strafzinsen?

Als Erstes solltest du dir genau diese Frage stellen. Warum? Die Banken oder Sparkassen haben mit dir eine geschäftliche Vereinbarung getroffen. Führt die Bank nun Strafzinsen ein, so muss diese dich darüber informieren. Es reicht dabei nicht aus, in der Filiale einfach nur den Auszug des Preis-Leistungsverzeichnisses aufzuhängen.

Änderungen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen erfordernBanken Strafzinsen deiner Zustimmungen. Sehr häufig teilen die Banken diese über die Kontoauszüge mit, wenn man diese ausdruckt. Erkennbar an den zusätzlichen Blättern und den Text.

Oder man erhält im Speziellen einen Brief oder E-Mail (elektronischen Postfach), wo die Erhebung mitgeteilt wird. In allen Fällen gibt es dort die Möglichkeit, einen Widerspruch dagegen einzulegen. Meistens aber mit einer bestimmten Frist. Ist diese abgelaufen und du hast dich nicht gemeldet, so hast du der Änderung zugestimmt.

Mitunter verlangen die Banken und Sparkassen die Strafzinsen nur bei Neukunden und dich selber betrifft es erst einmal gar nicht.

Was kann man gegen die Strafzinsen tun?

Du musst etwas tun und solltest die Strafzinsen nicht ignorieren. Es stehen hierbei nicht nur alleine die Strafzinsen im Raum, sondern auch die Inflation. Liegt die durchschnittliche Inflationsrate 2019 derzeit bei 1,5 % und deine Bank verlangt ab jetzt 0,5 % an Strafzinsen, so können sich diese negativen 2 % bemerkbar machen.

Nehmen wir beispielsweise an, auf deinem Tagesgeldkonto befinden sich derzeit 5.000 Euro, so zahlst du bei 0,5 % Strafzins im Jahr 25 Euro und deine Ersparnis beträgt nur noch 4975 Euro. Nehmen wir die Inflation hinzu, wären es sogar nur noch 4900 Euro.

Selbst wenn wir nur die Strafzinsen nehmen und du würdest diese ignorieren, dann wären wir nach 5 Jahren bereits bei 125 Euro oder einer Ersparnis von 4875 Euro.

Bei höheren Spareinlagen ist die Auswirkung natürlich noch deutlich gravierender.

1. Geld zu Hause aufbewahren

Es ist das wohl einfachste Mittel gegen mögliche Strafzinsen und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es bereits viele Leute gibt, die bereits über diese Option nachdenken. Was auch ganz logisch ist.

Bewahre ich mein Geld in einem Tresor in meiner Wohnung auf, dann bleibt mir der Geldbetrag als Bargeld erhalten. Verlangt die Bank hingegen auf dem Girokonto bereits Strafzinsen, so verliere ich Geld.

Ich habe einige Tipps, wie du dein Geld zu Hause verstecken kannst.

2. Zu einer anderen Bank wechseln

Als Kunde steht es dir völlig frei, bei welcher Bank du dein Girokonto oder Tagesgeldkonto führst. Somit wäre ein Wechsel zu einer anderen Bank ohne Strafzinsen eine mögliche Option. Hier gilt es allerdings zu beobachten, inwieweit die anderen Geldinstitute in den nächsten Monaten nachziehen und womöglich auch Strafzinsen einführen werden.

Mein Tipp: Es lohnt sich immer, die Kontenmodelle der anderen Banken zu vergleichen. Gerade bei den Gebühren lassen sich so im Jahr mitunter über 100 Euro sparen.

3. Eine Geldanlage mit einer höheren Rendite suchen

Eine andere Lösung wäre, sich eine Geldanlage zu suchen, welche deutlich mehr Rendite verspricht und die sowohl über den Strafzinsen sowie der Inflation liegt. Eine gute Möglichkeit hierzu wären Aktien, ETF-Sparpläne oder generell Fonds.

Wenn du dich nicht selber auf die Suche begeben möchtest, so schaue dir einmal die Angebote der digitalen Vermögensverwaltungen wie beispielsweise von growney * an. Deren Handhabung ist sehr einfach.

Du gibst eine Richtung vor, welche Rendite du erreichen möchtest und der Anbieter stellt dann passende Finanzprodukte zusammen, mit denen deine Vorgaben erreicht werden könnten. Das ganze funktioniert vollautomatisch.

Überstürze nichts und handle wohlüberlegt

Vermutlich werden noch weitere Banken und Sparkassen folgen, welche auf ihre Girokonten und Geldanlagen wie dem Tagesgeldkonto zusätzliche Strafzinsen berechnen. Gut denkbar, dass das auch bald bei Bestandskunden angewendet werden könnte.

Ein Beispiel hierfür sind die vielen Sparverträge, welche durch die Geldinstitute gekündigt werden, da die vor vielen Jahren mit den Kunden vereinbarten Zinsen nicht mehr gezahlt werden können bzw. es sich aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr rechnet.

Strafzinsen

Dennoch gilt es in der derzeitigen Niedrigzinsphase die Ruhe zu bewahren und nichts zu überstürzen.

Es wäre meiner Meinung nach, völlig falsch, sein Geld aus der Angst vor Strafzinsen in unnötige Konsumgüter zu investieren oder sich womöglich für eine Immobilie zu verschulden, nur weil man vielleicht der Überzeugung ist, noch etwas für sein Geld zu bekommen. Solch eine überstürzte Vorgehensweise kann im Nachhinein viel teurer sein als die Strafzinsen selbst.

Vielmehr ist die derzeitige Niedrigzinsphase sowie die damit verbundene Geldpolitik der Europäischen Zentralbank eine gute Gelegenheit, sich als Verbraucher näher mit dem Thema ,,Vermögensaufbau‘‘ zu beschäftigen.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Das sehe ich ganz genauso. Das Geld, das eventuell einmal für Notfälle verwendet werden muss oder das Geld, das bereits kurz- oder mittelfristig verplant ist, sollte auf solchen Konten „geparkt“ werden. Da kann man ganz entspannt auch ein paar negative Zinsen in Kauf nehmen. Sicherheit und Bequemlichkeit hätten da für mich Priorität. Aber jeder Euro, der langfristig nicht zum Leben benötigt wird, der sollte langfristig mit Bedacht und Weitsicht klug investiert werden. In Aktien oder Immobilien oder wonach einem der Sinn steht. Wichtig ist die Einteilung in Sicherheits- und Risikokapital. Das Risikokapital ist letztendlich der Renditemotor. Das Sicherheitskapital hat eine andere Aufgabe.

    VG Marco

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