Welche Ordertypen gibt es bei Aktien?

Wer sein Geld in Aktien anlegen möchte, kommt um eine wichtige Thematik nicht herum und das sind die jeweiligen Ordertypen. Einige dieser Orderarten zu kennen, kann auf jeden Fall nicht schaden, denn wenn man erst einmal Kenntnis darüber hat, wie die Ordertypen im Allgemeinen funktionieren und sogar anwendet, der kann als Anleger davon sehr profitieren.

Natürlich wäre es denkbar, einfach ein Aktiendepot zu eröffnen, sich Aktien seiner Wahl herauszusuchen, einen günstigen Kaufkurs abzuwarten und diese dann aktiv zu kaufen bzw. später zu einem besseren Kurs zu verkaufen. Jedoch verschenkt man auf diese Weise mitunter sehr viel Potenzial, Geld und Zeit, denn es gibt für alle Marktphasen die passenden Ordertypen, deren Vorteile hierbei keinesfalls unterschätzt werden sollten.

Ordertypen Aktien


Hierbei sprechen ich aus eigener Erfahrung, denn als ich begonnen habe, mein Geld vor über 12 Jahren in Aktien zu investieren, hatte ich mich anfangs gar nicht so sehr für die Ordertypen interessiert. Vermutlich geht es vielen Anfängern ähnlich, da man ja anfänglich froh ist, die ersten Wertpapiere für sein Depot gekauft oder diese wenig später mit einem Gewinn wieder verkauft zu haben.

Heute weiß ich es besser und falls auch du gerade damit anfängst, dein Geld in Aktien zu investieren, dann kann ich dir sehr empfehlen, dich ein wenig mit den einzelnen Ordertypen zu beschäftigen. Falls du diese bisher noch gar nicht kennst, dann habe ich nachfolgend eine kleine Übersicht für dich, wo ich einmal versuchen werde, die Typen vereinfacht zu erklären.

1. Die Limit-Order – Bestimme einen festen Preis

Mit einer Limit-Order kannst du den Broker bzw. die Handelssoftware anweisen, eine Aktie zu einem von dir festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen, wenn der Kurs diesen Wert erreicht. Beim Kauf ist es also der Höchstpreis, welche du bereit bist, für die Aktie zu zahlen und beim Verkauf der Mindestpreis, wo du bereit bist, diese zu verkaufen.

Ein Beispiel: Du möchtest gerne eine Aktie der Deutsche Post erwerben. Der Kurs hierfür liegt zu Handelsbeginn bei 52,00 Euro. Du setzt eine Limit-Order bei 50,00 Euro, da du nicht mehr zahlen möchtest. Tatsächlich sinkt der Kurs um 15:00 Uhr auf 50,00 Euro. Da deine Zielvorgabe erreicht wurde, wird die Aktien nun automatisch gekauft.

So ist es auch beim Verkauf, nur eben umgedreht. Liegt hier der Wert jedoch darunter, kommt es nicht zum Verkauf.

Dieser Ordertyp ist auf der einen Seite sehr praktisch. Wird das Orderziel jedoch nicht erreicht, besteht unter anderem der Nachteil, dass der Kauf oder Verkauf nicht ausgeführt wird.

2. Die Market-Order – Der Preis spielt keine Rolle

Die Market-Order wird dann angewandt, wenn man die Aktien unbedingt haben möchte und der Preis einem erst einmal egal ist. Gleiches gilt für den Verkauf. Der Kauf- und Verkaufspreis der Aktie wird also vom aktuellen Marktwert bestimmt.

Dieser Ordertyp hat den Vorteil, dass die Aktie in der Regel schnell gekauft oder verkauft werden kann. Einige Broker wie beispielsweise LYNX (https://www.lynxbroker.de) bietet ihren Kunden noch zusätzliche Feinabstimmungen wie die SMART Routing-Funktion an, was zusätzliche Vorteile mit sich bringen kann.

3. Die Stop-Loss Order – Verluste begrenzen und Gewinne sichern

Wird die Stop-Loss-Order clever eingesetzt, so kann diese nicht nur Verluste begrenzen, sondern auch mögliche Gewinne absichern. Eine Stop-Loss-Order ist eine Anweisung von dir, die Aktie zu einem festgelegten Kurs zu verkaufen, wenn dieser bei fallendem Kurs diesen Wert erreicht oder sogar unterschreitet. Der Verkauf wird dann als Market-Order ausgeführt wie gerade bereits beschrieben.

Ein Beispiel: Du besitzt eine Aktie von BMW, deren Kurswert gerade bei 87,00 Euro liegt. Die Stop-Loss-Order setzt du bei 84,00 Euro. Fällt der Kurs auf diesen Wert, kommt es zum Verkauf und du hättest deinen Verlust auf 3 Euro begrenzt. Wobei die Aktie auch verkauft werden würde, wenn der Kurs bei 83,99 Euro fällt. Dies ist der Unterschied zur Limit-Order.

Die Verlustbegrenzung ist ein Vorteil bei dieser Order. Wird die Stop-Loss-Order regelmäßig angepasst, so kann man sogar Gewinne absichern.

Ein Beispiel: Du hast vor 6 Monaten die BMW-Aktie für 70 Euro gekauft und diese ist seither stetig gestiegen und hat einen derzeitigen Kurswert von 90,00 Euro. Beim Kauf lag deine Stop-Loss-Order bei 63,00 Euro, aber durch den Kursanstieg korrigiertest du diese weiter nach oben, wo sie nun bei 85,00 Euro liegt. 14 Tage später fällt der Kurs auf 75,00 Euro. Durch deine angepasste Order konnte die Aktie aber für 85,00 Euro verkauft werden und du konntest dich immer noch über einen Gewinn von 15,00 Euro freuen.

Gut zu wissen ist hierbei ist, dass diese Anpassung auch automatisch durch den sogenannten Trailing-Stop möglich ist. Der Verkaufspreis wird also an den steigenden Kurs gekoppelt und mitgezogen.

4. Stop-Buy-Order – Den Aufschwung nicht verpassen

Es gibt Zeiten, bei denen die Kurse nur eine Richtung kennen, nämlich nach oben und in solchen Fällen könnte die Stop-Buy-Order sehr interessant sein. Hierbei wird die Aktie erst dann gekauft, wenn der Kurs eine bestimmte Marke überschritten hat und dann zum billigsten Preis.

Ein Beispiel: Dein Interesse liegt schon länger beim Unternehmen Apple, deren Aktienkurs bei 124,00 Euro liegt. Durch deine Begeisterung und Recherche liegt deine Vermutung nahe, dass das Unternehmen bald ein neues Produkt herausbringen könnte, was der Konkurrenz überlegen ist. Aber du bist dir noch nicht ganz sicher, möchtest jedoch deine Chancen nicht verpassen und setzt eine Stop-Buy-Order bei 150,00 Euro.

Woche für Woche steigen die Gerüchte und der Kurs steigt. Erst auf 130,00 Euro, dann auf 140,00 Euro, auf 150,00 Euro (wo deine Order aktiviert wird), dann 160,00 Euro.

Die Annahmen verdichten sich weiter, dass Apple ein Smartphone mit einer Akkulaufzeit von 3 Monaten herausbringen möchte sowie mit diversen weiteren Neuerungen. Drei Monate vor Weihnachten ist es so weit und das Produkt wird präsentiert. Der Kurs kennt keine Grenzen mehr, steigt auf 200,00 Euro, 250,00 Euro und so weiter.

Deine Ahnung hat sich bestätigt und wird belohnt, da du durch die Stop-By-Order die Aktie günstig für 151,00 Euro kaufen konntest. Ohne diese Order hättest du die Aktie womöglich teurer kaufen müssen.

Es lohnt sich, mit den Ordertypen zu beschäftigen

Wie bereits anfangs beschrieben, ist es sehr lohnenswert, sich mit den einzelnen Ordertypen zu beschäftigen. Es wird einen einfachen Grund haben, weshalb Börsenprofis diese nutzen. Wie nützlich diese sein können, konntest du an meinen sehr einfachen Beispielen erkennen. Wobei ich mich immer nur auf eine einzelne Aktie bezogen habe. Das wahre Potenzial erkennst du, wenn man es auf ein ganzes Aktienpaket mit 10, 50, 100 oder mehr Aktienanteilen bezieht.

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