Bargeld oder Karte

Ich persönlich bevorzuge immer Bargeld. Dies mag vielleicht etwas altmodisch klingeln, jedoch möchte ich Geld noch richtig in meinen Händen spüren. Bargeld hat nach meiner Meinung einen sehr großen Vorteil und dies ist der reale Bezug zum Geld. Es ist doch eigenartig. Wenn ich an der Kasse 1.000 Euro mit Karte bezahle, so nehmen die Kunden hinter mir diese Summe nicht großartig war, lege ich allerdings 2 x 500 Euroscheine oder 10 x 100 Euroscheine auf den Tisch, so werden die Augen schon deutlich größer. Warum? Wer ständig mit Karte bezahlt, der verliert die Wahrnehmung des Geldes, durch die formlose Bezahlung ist die Wertschätzung eine völlig andere, was besonders bei kleinen Summen der Fall sein kann.

Was wiederum häufig dazu führt, dass man mit der Karte sehr häufig mehr einkauft als man eigentlich wollte. Dies ist auch in gewisser Weise verständlich. Habe ich nur 100 Euro für meinen Wocheneinkauf im Portmonee, so kann ich nur für 100 Euro einkaufen und achte darauf, dass diese Summe nicht überschritten wird. Zahle ich allerdings immer mit der Karte und ich finde plötzlich noch ein tolles Sonderangebot, so kann ich dafür viel anfälliger sein, weil ich damit meine, ein Schnäppchen gemacht zu haben und auf der anderen Seite auch ganz genau weiß, dass genügend Geld vorhanden ist.

So sehe 300 Euro in bar aus. Zahle ich hingegen 300 Euro mit Karte, so sieht man im ersten Moment gar nicht, wie viel Geld dies eigentlich ist.

So sehe 300 Euro in bar aus. Zahle ich hingegen 300 Euro mit Karte, so sieht man im ersten Moment gar nicht, wie viel Geld dies eigentlich ist.

Mit der Karte ist man nicht schneller

Technisch gesehen, müsste das Bezahlen mit Karte deutlich schneller sein. Wenn man die perfekten Laborbedingungen schafft, dann mag dies auch voll und ganz zustimmen, die Realität belehrt uns eines besseren. Ich habe die Beobachtung gemacht, dass das Bezahlen mit Karte sogar langsamer ist. Dabei spielt die Technik (Karte, Lesegeräte, usw.) selbst für die Dauer des Bezahlvorgang weniger eine Rolle, sondern der menschliche Faktor ist hier für die Verzögerung entscheidend. Macht euch mal den Spaß und beobachten beim nächsten Einkauf die Leute, die ihren Einkauf mit Karte bezahlen. Bei einigen Kunden geht das Bezahlen sehr schnell und bei anderen dauert es fast eine ganze Ewigkeit.

Ein gutes Beispiel sind hier die großen Modeketten. Es ist doch eigenartig, warum sich dort an den Kassen sehr lange Schlangen bilden. Wer dort den Kunden beim Bezahlen zuschaut, der wird mit erstaunen feststellen, wie viele mit Karte bezahlen. In Prozenten ausgedrückt, liegen wir hier inzwischen bei 80 bis 90%. Ich persönlich würde mir hier wünschen, dass in großen Geschäften immer zwei Kassen geöffnet wären. Eine Kasse nur für Barzahler und eine Karte nur für Kartenzahler. Wo wäre wohl die längere Schlange?

Die Kartenzahlung ist nicht besonderes

Es ist nichts besonderes, wenn man mit einer Karte bezahlt. Allerdings ist es mir schon des öfteren aufgefallen, dass es tatsächlich den ein oder anderen Kunden gibt, der aus der Bezahlung ein wahres Ritual macht. Frei nach der Devise: ,,Schaut alle her, ich bezahle mit Karte“ . Der ein der andere mag vielleicht glauben, dass dieser sich durch die Kartenzahlung von den anderen Kunden abhebt, weil er darin ein Statussymbol sieht, da die meisten allerdings eine handelsübliche Karte von ihrer Bank besitzen, so ist dieses Statussymbol dahin. Es gibt eine Ausnahme! Wer eine American Express Centurion (Black Card) zum Bezahlen benutzt, der kann diese auch gerne zurecht als Statussymbol benutzen. Da man diese Karte nur auf Einladung bekommt und zuvor über Jahre mehrere Hunderttausend Euro an Umsatz auf seinem Konto nachweisen muss.

Wir sind nicht besser als die Amerikaner

Vor 20 Jahre haben wir die Amerikaner belächelt, weil diese selbst kleine Beträge sofort mit der Karte bezahlen. Heutzutage sind wir nicht viel besser. Wenn ich an der Kasse stehen und eine Kunde vor mir zückt die Karte bei Beträgen von 20 Euro oder darunter, was mir inzwischen immer öfters passiert, so kann ich hier nur mit dem Kopf schütteln. Warum ziehen die Leute bei solchen kleinen Summen bereits die Karte?

Wann zahle ich mit Karte?

Ich nutze die Kartenzahlung dann, wenn diese nach meiner Meinung wirklich ihre Vorteile ausspielen kann. Stehe ich im Elektronikmarkt und möchte mir einen neuen Fernseher für 600 Euro kaufen oder ich befinde mich im Urlaub und möchte meine 3 Tage Hotelübernachtung für 350 Euro bezahlen, so mach eine Karte auf jeden Fall Sinn. Ich muss nicht erst zum nächsten Geldautomaten rennen, dort das Geld abheben und diese hohen Summen mit mir herumtragen.

Fazit: Jeder muss für sich selbst entscheiden, mit welchem Zahlungsmittel man bezahlt. Wer jedoch ständig mit Karte bezahlt, selbst kleine Summe von unter 50 Euro, der sollte sich einmal ganz genau überlegen, welchem Bezug man eigentlich noch zum Geld hat. Spätestens dann, wenn man mit seinen Finanzen nicht mehr klarkommt, so sollte man darüber nachdenken.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. An dieser muss ich dann doch einmal wiedersprechen und 2 Gründe nennen, die mich zum Kartenzahler werden ließen.

    1. Ich nutze ein kostenloses Girokonto bei einer zur Cash-Group gehörigen Bank. Die Geldautomaten der Cash-Group befinden sich leider ausnahmslos in der Innenstadt. Ich müsste also um alles in Bar zahlen zu können entweder am Monatsanfang einen größeren Betrag abheben oder jede Woche nur zum Geld abheben die Innenstadt aufsuchen.
    2. Die Auswertung, wofür ich mein Geld ausgebe macht die Bank automatisch, ohne dass ich alle Kassenbelege von Hand in ein Haushaltsbuch eintragen muss.

    Deswegen zahle ich alle Beträge über10€ mit der Karte und komme mit maximal 50€ Bargeld pro Monat aus.

  2. Ich zahle am liebsten mit Karte.

    Der Hauptgrund: Ich mag die Flexibilität und muss nicht ständig zum Geldautomaten gehen. Dazu hätte ich keine Zeit oder Lust als Berufstätige. Das finde ich viel zu umständlich.

    Es ist einfach praktisch mit der Karte zu zahlen, wenn man kein Bargeld mehr hat und keine Gelöegenheit hat/hatte, zur Bank zu gehen.

    Um die Ausgaben nicht aus dem Blick zu verlieren, notiere ich jede Zahlung per Karte.

    Kleinere Beträge, wie zum Beispiel beim Bäcker, zahle ich natürlich bar.

  3. Ich zahle auch regelmäßig mit Karte und auch wirklich kleine Beträge, wenn ich im Supermarkt eingekauft habe. Ich weiß, dass viele Menschen dabei den Bezug zum Geld verlieren, das ist aber bei mir nicht der Fall, denn ich weiß sehr wohl, dass das Geld dann von meinem Konto abgebucht wird. Ich habe immer meinen Kontostand in etwa im Kopf, denn obwohl ich mein Konto um mehrere tausend Euro überziehen möchte, versuche ich das zu verhindern.

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